Es ist überliefert, dass es bereits im Mittelalter eine Orgel in der Heilgeistkirche gab. Wie lange dieses Instrument in Gebrauch war, ist nicht bekannt. Bei der Belagerung 1678 wird die Orgel durch eine Bombe sehr stark beschädigt. 1702 wird die Orgel wieder hergestellt, allerdings geht sie bei der Belagerung 1715 unter. Ein Angebot des Orgelbauers Christian Gottlieb Richter aus Stettin, das er der Gemeinde 1739 unterbreitet, wird abgelehnt.

Erst 1829 bekommt die Heilgeistkirche wieder eine Orgel. Carl August Buchholz baut das Instrument nach einem Entwurf von 1826. Die Kosten belaufen sich auf 1634 Taler in Gold, dazu stellt die Kirche zehn Wochen freie Unterkunft für den Meister und zwei Gehilfen. Das Gehäuse und die Empore muss die Gemeinde zusätzlich finanzieren. Am 9. Februar 1829 wird das Instrument abgenommen und am 1. März erstmals vor der Gemeinde gespielt.

Im 20. Jahrhundert wird die Orgel mehrfach verändert und umgebaut, wobei sich der Zustand mehr und mehr verschlechtert. Ein bedeutender Teil des Pfeifenwerks wird bei diesen Umbauten unbrauchbar. Für Rüstungszwecke müssen 1917 die Zinn-Prospektpfeifen abgegeben werden, die später in Zink ersetzt werden.

Die Firma Schuke aus Potsdam stellt das Instrument 1960 deshalb mit neuer Disposition wieder her. Das verwendbare Pfeifenwerk wird übernommen, die Pedalwindlade erneuert, die Laden für Haupt- und Oberwerk beibehalten. Die Spiel- und Registermechanik werden ebenfalls original beibehalten, die Manubrien, Manuale und Pedal jedoch erneuert. 2003 wird das Instrument durch die Firma Schuke erneut repariert, gereinigt und gestimmt.

Hauptwerk Oberwerk
Principal 8'

Rohrflöte 8'

Oktave 4'

Gedackt 4'

Nasard 2 2/3'

Waldflöte 2'

Mixtur 3-4fach

 

Gedackt 8'

Gemshorn 4'

Oktave 2'

Quinte 1  1/3'

Sesquialtera 2fach

Scharff 3fach

  

 

Pedal

Koppeln (Fußtritte)

Subbass 16'

Gemshorn 8'

Quintadena 4'

Posaune 8'

II/I

I/P

II/P